IRIS SELKE

20. November 2016

Performance 2016/17

Filed under: — iris @ 16:12

 

„Knitting a picture of performance“2017 Performance“2017 akw Bielefeld 1,5 h

 

„Mit „Ms. Terminata IS“ und dem Verstricken der vergangenen Bilder und Performances der letzten 20 Jahren ihres Künstlerischen Schaffens in
der Performance „Knitting a picture of performance“ knüpft Iris Selke an früheres an und gleichzeitig beginnt etwas Neues, das sieht man schon an der anderen Technik – Ms.
Terminata IS ist ein Digitaldruck auf Folie nach einer gleich großen traditionellen Buntstiftzeichnung (Ms. Terminata Is 2013“ drawing / digital print on folie -90 cm x 172 cm ). Zu sehen ist ein  Mischwesen mit menschlichen Anteilen und Maschinenelementen, links in der Erde wurzelnd, rechts mit einem Stiefel, der Kopfschmuck deutet auf übermenschliche Fähigkeiten. Es ist eine Cyborg in Lebensgröße, die offenbar  fliegen kann. In vielfältiger Weise geht es darum Realitäten und imaginiertes zu verbinden. Dabei knüpft Iris R. Selke – im Unterschied zu der Bezugnahme auf historische Kunstwerke in den Arbeiten in der Performance und Fotoserie „Reconstruction of History“ an Science Fiction und massenhaft verbreitete Bildwelten der letzten Jahrzehnte an.“

Dr. Irene Below

 

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Golden Face 2016

Performance 30 min

Die kulturelle, philosophische, medizinische und ästhetische Dimension der Haut ist unumstritten. Sprichwörter wie „aus der Haut fahren, ich möchte nicht in deiner Haut stecken, mit heiler Haut davonkommen“, sind uns allen bekannt. Die Haut wird als Spiegelbild der Psyche betrachtet. Ist der Körper oder die Psyche nicht im Gleichgewicht, kann das größte Organ des Menschen einen Hinweis geben auf eine Funktionsstörung oder Symptom einer bestimmten Krankheit sein. Die Außenschicht schützt uns.

In der Performance „Gold Face“ werden mein Gesicht und meine Hände mit goldener Farbe bemalt sein. Nach einer Weile, nach dem Trocknen, werde ich die Farbe abziehen. Wie eine zweite Haut ziehe ich die Farbe gleich einer sich häutenden Schlange ab. Im Gegensatz zum Tierreich nutze ich die Maskerade nicht als hormonell bedingten Zyklus zur Anpassung der Körpergröße. Die Schutzhülle, „Verpackung“ muss nicht dem Körper angeglichen werden. Ich nutze die Maske ausschließlich künstlerisch, theatralisch und rituell.

Das Gesicht und die Fingerabdrücke sind einzigartig. Um eine Entrückung der Klassifizierungen in z.B. weiße, gelbe, dunkle Hautfarbe vorzunehmen, überziehe ich bei der Performance „Gold Face“ mein Gesicht mit goldener Farbe. Das Material Gold bildet die zweite Haut und entzieht sich den oben genannten Hierarchien von Archetypen. Gold und die goldene Farbe stehen seit jeher für das Erdentrückte, das Göttliche und Erhabene. Durch sein seltenes Vorkommen spielt der Aspekt der Kostbarkeit und des hohen Wertes eine ausgesuchte Rolle für mich. Wohlwissend der gewollten Überhöhung präsentiere ich mich temporär als göttlich anmaßend. Die Transzendenz wird durch die Häutung zurückgenommen, eine Metamorphose in die Realität, zurück auf den Boden der Tatsachen, des Menschseins, vollzieht sich.

 

Golden Face 2016

Performance 30 min

The cultural, philosophical, medical and aesthetic dimensions of skin are unquestioned. Sayings such as “to fly off the handle”, “I wouldn’t want to be in your skin”, and “to save one’s skin” are well-known. Skin is seen as a reflection of the psyche. If the body or the psyche are not balanced, the human body’s largest organ can indicate dysfunction or can be a symptom of a particular disease. The outer layer protects us.

In the performance Gold Face, my face and hands are painted with golden paint. After a while, after it dries, I peel the paint away. I peel off the paint, as if it is my second skin, like a molting snake. In contrast to the animal kingdom, I do not use the masquerade as a hormone-dependent cycle as an adaptation to body size. The protective shell or “wrapping” must not conform to the body. I exclusively use the mask artistically, theatrically and ritualistically.

The face and the fingerprints are unique. In order to perform a rapture of classification into white, yellow or dark skin color, I overlay my face with gold paint in this performance. The material gold constitutes a second skin and eludes the hierarchies of archetypes mentioned above. Since time immemorial, gold and the gold color represent the ethereal, the godly, the sublime. Through gold’s infrequent occurrence, the aspects of its preciousness and great worth play the exquisite role for me.  Fully aware of the desired exaltation, I present myself temporarily as pretentiously godlike.

The transcendence is taken away through the molting; a metamorphosis takes place, indeed, back onto the base of facts or human existence.

 

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